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Traditionelle Anwendung einiger Holzarten im Alpenraum und ihre gesundheitliche Wirkung

Dr. Verena Karnutsch
Die Südtirolerin Verena Karnutsch hat Tourismusmanagement studiert. Ihr spezielles Interesse gilt dem Thema Holz. Sie hat hierzu bereits verschiedene Beiträge verfasst. Der nachstehende Kurzbeitrag befasst sich mit einigen traditionellen Anwendungen der Lärche, Zirbe und Latsche.

 

Lärche
Die Lärche ist sehr harzig, konstant gegen Fäulnis und besteht aus zwei Farben: weiß und rot. Früher wurden aus der Lärche vor allem Dachschindeln, Zäune, Krautfässer, Weinfässer, Waschbehälter, Böden, Hauswände und Balkone gemacht. Generell wurde alles, was dem Wetter ausgesetzt ist aus Lärche hergestellt, sogar Trinkwasserleitungen.

Aus älteren Bäumen nahm man das Harz heraus und nutzte es für seine Hausapotheke. Man konnte Salben daraus machen, es als Abführmittel einsetzen oder es den Rindern eingeben, wenn sie unter Verstopfung litten. Auch die Geiseln klebte man mit Harz, damit sie nicht ausfasern konnten. Die Bauern suchten das Harz und verkauften auch kleinere Mengen davon an Apotheken für Beimischungen oder an Schiffsfabriken, da wurde das Harz als Dichtungsmittel gebraucht. Das Harz von abgestorbenen Bäumen konnte man als Pflaster verwenden, es klebte gut und wirkte blutstillend, wenn es sich von der Haut löste, war die Wunde bereits heil.

Zirbe
Früher nutzten die Bauern Zirbenholz vor allem für Möbel wie Truhen und Schränke, für Täfelungen und Verkleidungen in den Stuben und für Türfüllungen. Es wurde sehr geschätzt, da es ein ruhiges Holz ist. Es ist sehr konstant und bewegt sich nicht mit Luftfeuchtigkeit. Zirbenholz ist gesund, heißt es im Volksmund, so wurden daraus vor allem Betten und Kinderwiegen gefertigt.

Als Brennholz wurde es nur selten eingesetzt, da es sehr stark riecht. Schon lange weiß man, dass im Zirbenholz keine Motten sind, das heißt in Zirbenschränken blieb die Kleidung verschont. In Schränken aus anderen Holzarten legte man kleine Zirbenholzstücke, auch das half. Die Menschen aßen sehr gerne Zirbennüsse, da sie sehr nahrhaft sind.

Latsche
Aus Latschen wurde sehr häufig Schnaps gebrannt. Auch Öle wurden hergestellt, mit diesen hat man sich dann eingerieben. Ansonsten konnte man die Latsche nicht sehr vielseitig einsetzen, da sie sehr buschig ist. Gerade aus diesem Grund ist sie ein sehr gutes Versteck für das Wild. Wenn man beim Wandern aufmerksam ist, kann es leicht sein, dass ein Reh aus dem Latschenbusch hervorhuscht und leise davon läuft.

 

Dr. Verena Karnutsch
Neubau 200
39016 St. Warburg/Ulten
Tel. +39 / 034049 / 14083
Karnutsch_verena@yahoo.de