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Mittelständische Holzverarbeiter unter dem Druck der Globalisierung.
Wie gehen wir damit um?

Die bodenständige handwerklich-manufakturelle Holzverarbeitung hat es schon immer schwer gehabt, sich neben der industriellen Massenproduktion zu behaupten. Heute, mit wachsendem Globalisierungsdruck, sind diese traditionellen Marktsegmente in Gefahr wegzubrechen.

Der Flut von Billigprodukten (zumal mit wachsender Qualität) hat eine traditionell arbeitsintensive Holzwirtschaft nur wenig entgegenzusetzen. Arbeit ist hierzulande einfach zu teuer. Auf diesem Feld können wir ohne gravierende Absenkung des Lebensniveaus mit Schwellenländern nicht konkurrieren. Wir sollten das auch gar nicht versuchen.

Der hohe Bildungsstand,- die gute Infrastruktur, die regionale und kulturelle Vielfalt als Quelle für Inspiration und Kreativität erlauben auch mittelständischen europäischen Unternehmen, intelligente Antworten auf die globale Herausforderung zu finden.

Ihr heutiges ALPENFORUM mit seiner Thematik ist sichtbarer Beleg dafür. Unser Beitrag zur Forumsdiskussion soll diese Sicht exemplarisch unterstreichen.

Erfolgreiche Geschäfte setzen eine genaue Kenntnis des Umfeldes, der Bedingungen voraus. Diese Binsenweisheit ist für Mittelständler in einer zunehmend komplexeren Welt nicht immer einfach zu praktizieren. InVID0 hat sich deshalb ein europaweites Netzwerk von Kontakten zu Designern, Technologen und Wirtschaftsfachleuten geschaffen, um die eigenen Kräfte zu stärken.

Bei der Analyse der für unsere Geschäftstätigkeit als Möbelhersteller relevanten Entwicklungen haben wir uns konzentriert

  1. im gesellschaftlich-politischen Bereich
    • auf die wachsende Bedeutung des "sustainability"-Konzepts der EU für alle wirtschaftrelevanten Politikfelder (§ 2 des EU-Vertrages, "integrierte Produktpolitik" der EU )
    • auf die Entwicklungen im Bankenbereich (Stichwort BASEL 1)
    • die Konsequenzen der z.Z. sehr mittelstandsfeindlichen deutschen Politik, und

  2. im technisch-ökonomischen Bereich
    • auf die Entwicklung der "mass customization"-Technologien / die neue CAD-CAM-Generation - Technofaktur-Konzept
    • und den Übergang zum "Wert-Schöpfungs-Ketten-Wettbewerb" als Folge der Automatisierung der Informationsströme "demand chain management"

Diese aktuellen Entwicklungen beeinflussen in starkem Maße die traditionellen mittelständischen Unternehmenskonzepte auch in der Möbelwirtschaft:

  1. durch Verschiebung des Wertschöpfungsfokus vom "point of sage" künftig auf den ganzen Produktlebenslauf,
  2. durch substanzielle Veränderung des Leistungsverständnisses des Unternehmens: statt "Produkt-Verkäufer" wird es zum Problemlöser des Kunden, der individualisierte Dienstleistungen rund um das Produkt verkauft,
  3. durch Verschiebung des Wettbewerbs- Verhaltens:,
    vom Wettbewerber-Unternehmen zum "Wettbewerb der Wertschöpfungsketten".

Ohne hier auf Details einzugehen, ergibt sich daraus in unserem Verständnis für mittelständische Unternehmen (wie für Regionen) der tägliche Umgang mit dem folgenden Aufgabentripel:

  1. den eigenen Kompetenzpool ständig weiterentwickeln ("lebenslanges Lernen")
  2. die neuesten internationalen unternehmensrelevanten fachlichen Erkenntnisse und technologischen Entwicklungen schneller als die Wettbewerber nutzen ("Technologie-Bonus")
  3. Wachstum durch Akquirieren von angrenzenden (fremden) Kernkompetenzen entlang der Wertschöpfungsketten generieren (Arbeitsstelligkeits - Prinzip)

InVID0 hat in den zurückliegenden Jahren mit diesem - für Mittelständler sicher anspruchsvollem - Ansatz gute Erfahrungen gemacht.

Motivierend war dabei sicher unsere Kenntnis der aktuellen fachlichen Entwicklungen in Ostasien.

Wer z. B. den Möbelgürtel in Südchina besucht, jenes riesige Fertigungspotenzial, das gegenwärtig mit Hilfe eingekaufter europäischer Möbel-Designer, Technologen, Qualitäts- und Marktspezialisten entsteht, der wird nicht mehr über die chinesische Zielsetzung lächeln, zur "Fabrikhalle der Welt des 21. Jahrhunderts" zu werden.

Es bleibt nicht mehr viel Zeit, unsere Antwort auf diese kommende asiatische Exportoffensive zu finden. Anders als in den staatszentrierten Ökonomien Asiens haben wir das Glück und die Freiheit, unsere Kräfte selbst zu bündeln oder einzeln unterzugehen.

Ihr heutiges Forum ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Wir würden uns wünschen, dass seine Impulse bis zu konkreten Kooperationsschritten führen könnten. InVID0 ist jedenfalls offen für neue strategische Partnerschaften.

P. Schatz und H.-H. Seyfarth
InVIDO GmbH, Niederdorf/Sa.