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Holz - Perspektiven am Beispiel zukunftsorientierter Projekte

Nachwachsende Rohstoffe aus Sicht der Forschungspolitik
Im Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) wird dem Thema Nachhaltigkeit traditionell hohe Bedeutung beigemessen und die vielfältigen Fragestellungen aus dem Bereich der technologiebezogenen Forschung sowie begleitende Themen seit langem intensiv beforscht. Nachhaltigkeit ist hier in seinen 3 Dimensionen, der ökologischen, der sozialen und nicht zuletzt der wirtschaftlichen gemeint. In einer nachhaltigen Gesellschaft wird die Natur, z.B. durch die Entnahme von Rohstoffen, durch Abfall und Emissionen nicht mehr belastet als langfristig tragbar ist, sie zeichnet sich durch Verteilungsgerechtigkeit, sowohl weltweit als auch im Hinblick auf künftige Generationen aus und eröffnet außerdem langfristige wirtschaftliche Chancen.

Nachwachsende Rohstoffe für eine stoffliche und energetische Nutzung spielen eine zentrale Rolle bei allen Überlegungen, wie unsere moderne Lebens- und Wirtschaftsweise nachhaltiger gestaltet werden könnte. Ziel der Forschung ist es hier, für verschiedene Anwendungszwecke umweltfreundliche Alternativen auf Basis nachwachsender Rohstoffe bereitzustellen, die in ihren funktionellen Eigenschaften alle Anforderungen unserer modernen Gesellschaft erfüllen können.

Das Impulsprogramm Nachhaltig Wirtschaften des BMVIT
Aufbauend auf einer langjährigen Forschungstradition in den Bereichen Erneuerbare Energie und Energieeffizienz, Umweltgerechte Produktion und Produkte und Nachhaltigkeitsstrategien wurde Mitte 1999 das Impulsprogramm Nachhaltig Wirtschaften mit den drei Programmlinien Haus der Zukunft, Fabrik der Zukunft und Energiesysteme der Zukunft gestartet. Diese drei Programmlinien haben das Ziel, ausgehend von Forschungs- und Entwicklungsarbeiten in ihren jeweiligen Bereichen konkrete nachhaltige Beispiele in die Praxis umzusetzen. Im Impulsprogramm Nachhaltig Wirtschaften wurden bisher 5 Ausschreibungen durchgeführt, die zur Beauftragung von insgesamt 178 Forschungs- und Entwicklungsprojekten mit einem Projektvolumen von 21 Millionen EURO geführt haben. 60 dieser Projekte sind bereits fertiggestellt. Aktuell laufen drei weitere Ausschreibungen, die alle einen konkreten Bezug auch zum Thema Holz haben.

Welche Rolle spielt das Thema Holz im Impulsprogramm Nachhaltig Wirtschaften des BMVIT?
Holz als Baustoff, als Rohstoff und als Energieträger ist, wie bereits eingangs erwähnt, als bedeutendster nachwachsender Rohstoff, gerade wenn es um Nachhaltigkeit als zentrales Anliegen geht, nicht wegzudenken. In der Folge soll daher auf die drei Programmlinien und die holzspezifischen Fragestellungen darin eingegangen werden.

Programmlinie Haus der Zukunft des Impulsprogramms Nachhaltig Wirtschaften
Holz findet als Rohstoff wieder verstärkte Beachtung, wenn Umweltanliegen im Bereich Bauen und Wohnen eine Rolle spielen. Dies betrifft die Rolle von Holz als Baustoff, bei der Entwicklung von innovativen Komponenten und bei der Wärmeversorgung. Holz als Baustoff feierte seine Renaissance jedoch nicht nur wegen der funktionellen Eigenschaften, sondern auch aufgrund ästhetischer Vorzüge und des besseren Komforts für Bewohner. Beispielhafte Projekte zum Thema Holz im Bereich der Programmlinie Haus der Zukunft sind:
  • Forschungsprojekt "Holzbauweisen für den Verdichteten Wohnbau" zur Etablierung eines kostengünstigen hochverdichteten Wohnungsbau mit Holz
  • Forschungsprojekt Analyse des Planungs- und Bauprozesses von Holzgeschoßwohnbauten und Erarbeitung eines Info-Tools
  • Forschungsprojekt zur Analyse von Erfolgsfaktoren für den Einsatz nachwachsender Rohstoffe im Bauwesen
  • Forschungsprojekt zur Entwicklung von Alternativdämmstoffen aus modifizierten Lignozellulosefasern - Holz ist das Ausgangsprodukt für einen neuen Dämmstoff
  • Technologieentwicklungsprojekt zur Entwicklung eines Passivhaus Vollholzfensters
  • Demonstrationsprojekt Alpine Schutzhütte, basierend auf einem ökologischen Gesamtkonzept: Holzbau in Passivhausqualität, etc.
Programmlinie Fabrik der Zukunft des Impulsprogramms Nachhaltig Wirtschaften
Wenn es um mehr Nachhaltigkeit beim zur Verfügung stellen von Produkten und Dienstleistungen geht spielt Holz eine vielfältige Rolle. Die besondere Herausforderung ist es hier, neue industriell technische Anwendungen zu finden, die wirtschaftlich konkurrenzfähig sind. Gerade in diesem Bereich gibt es eine Vielzahl potentiell interessanter Anwendungsbereiche, es gilt potentiell chancenreiche zu identifizieren und Wege bin hin zur Vermarktungsreife vorzuzeichnen. Chancen in diesem Bericht ergeben sich auch aus der Nutzung von Holznebenprodukten (Rinde, etc.). Einige der bisher in der Programmlinie Fabrik der Zukunft laufenden Projekte zeigen vielversprechende Ansätze:
  • Projekt "Holzbearbeitung mit Überlagerung einer Ultraschall Wechselbeanspruchung" zur Entwicklung eines verbesserten Verfahrens der Holzbearbeitung
  • Projekt "Farb&Stoff" zur Entwicklung pflanzlicher Farbstoffe für Textilien aus Reststoffen (auch Rinde)
  • Projekt "Wood Plastic Composites" - Entwicklung von Technologien zur Erhöhung des Holzanteils als Füllstoff für thermoplastische Kunststoffe bis auf max. 90%
  • Konzept zur großflächigen Implementierung von Informationssystemen auf GIS Basis in Waldverbänden Österreichs und Bayerns
Programmlinie Energiesysteme der Zukunft des Impulsprogramms Nachhaltig Wirtschaften
In einer Nachhaltigen Gesellschaft werden Abfälle, Nebenprodukte und Reststoffe sowie Produkte am Ende ihrer Nutzungsdauer zur Gewinnung von Energie - Strom-, Raum und Prozesswärme verwendet. Schwerpunkte der Programmlinie sind Erneuerbare Energie und Energieeffizienz, damit auch Fragen im Zusammenhang mit der Nutzung von Holzbrennstoffen. Die Programmlinie wurde im April 2003 mit der ersten Ausschreibung gestartet, konkrete Projekte liegen daher noch nicht vor.

Weitere Informationen
Im Rahmen des Impulsprogramms Nachhaltig Wirtschaften wird intensive Informations- und Öffentlichkeitsarbeit zu Inhalten und Zielen des Programms, sowie zur Information über laufende Arbeiten betrieben. Alle relevanten Informationen zu Programm und Forschungsprojekten sind im Internet unter www.nachhaltigwirtschaften.at abrufbar.

Dipl.-Ing. Brigitte Weiß
A Wien
BMVIT, Abteilung für Energie und Umwelttechnologien, A Wien
http://www.bmvit.gv.at


Dipl.Ing. Brigitte Weiß
Murau Holzkonferenz 2003