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UMFRAGE ZUM THEMA HOLZ
Zielsetzung und Durchführung der
Umfrage
Im Vorfeld des Aufbaus einer integrierten e-Plattform Holz wurde eine
Umfrage durchgeführt , um vor Ort die Ursachen für das Nachhinken der
Holznutzung hinter dem tatsächlichen Holzwachstum im alpinen Wald, sowie
Optionen einer Verbesserung dieser Situation zu erkunden. Außerdem sollten
nicht nur die Möglichkeiten einer mengenmäßigen Steigerung der
Holznutzung, sondern insbesondere auch die Chancen einer erhöhten
Wertschöpfung in der Verarbeitung untersucht werden.
Ein hierfür entwickelter Fragenkatalog richtete sich bewusst an
Einheimische in der Region selbst, und nicht an Entscheidungsträger von
Politik und Verwaltung in der Landesregierung.
Die Umfrage sollte damit "bottom up" insbesondere die Zielgruppe
der Waldbesitzer, Förster, Forstfachleute, Sägereibetriebe,
holzverarbeitende Unternehmen, Vertreter des Holzfachhandels, im Holzbau
tätige Architekten, Baufachleute sowie Vertreter kommunaler oder regionaler
Institutionen ansprechen, die mit dem Thema Holz befasst sind.
Zusammenfassung der Umfrageergebnisse

Die Auswertung der Umfrage zeigt deutlich, dass die Holzproblematik
komplexer Natur ist und auch so gesehen wird. Bei der Frage, welche Gründe
für die im Vergleich zum Waldwachstum im Alpenraum schleppende Holznutzung
verantwortlich sind, wurde keinem Einzelfaktor im statistischen Mittel eine
"erhebliche" oder gar "entscheidende" Bewertung
zugebilligt. Fünf Antworten mit der kumulativ höchsten Punktbewertung
vermitteln dennoch hinsichtlich der Ursachen der Problematik ein sehr klares
Bild der Schwachpunkte:
- Mangelhafte oder gar fehlende Holz-Marketingstrategie
- Hohe Einschlagkosten in alpinen Ungunstlagen (ungünstiges
Preis-Leistungsverhältnis)
- Zu schwache Anreize durch staatliche Vorgaben
- Unzureichende Kenntnis technischer, ökonomischer oder ökologischer
Vorzüge des Holzes
- Zu geringe Wertschöpfung des Holzes in der Verarbeitungskette.
Andere mögliche Ursachen, wie beispielsweise das Problem billiger
Holzimporte aus dem Ausland oder eine mangelhafte Betriebsführung, fanden
nur eine vergleichsweise geringe Bewertung.
Dieser Befund spiegelt sich ebenso deutlich in der Auswertung der
vorgeschlagenen Therapiemaßnahmen. Auf die Frage, was geschehen sollte, um
den Einsatz des Werkstoffs und Energielieferanten Holz zu steigern und/oder
die Wertschöpfung (des verarbeiteten) Endproduktes zu erhöhen, ergaben
sich eindeutige Prioritäten. Die fünf wichtigsten Empfehlungen mit der
kumuliert höchsten Punktzahl lauten:
- Entwicklung und Umsetzung moderner Informations-, Kommunikations- und
Marketingstrategien auf dem Holzsektor
- Umfassende Darstellung des Holzprofils im Internet
- Verstärkte Zusammenarbeit von Forschung und Entwicklung zwischen
Hochschulen und Holzindustrie
- Aufbau, Entwicklung und Förderung holzverarbeitender Betriebe mit
höherer Veredelung in der Verarbeitung
Eine verbesserte Vernetzung der Betriebe untereinander und eine
Intensivierung von Forschung und Ausbildung auf dem Gebiet der
Holztechnologie werden als weitere, wichtige Zielbeiträge bewertet.,
während beispielsweise eine Änderung holzbautechnischer Normen offenbar
als von geringerer Bedeutung eingestuft werden. ‚Die mündlichen
Kommentare bei den persönlichen Interviews zeigt deutlich, dass eine
politische Beeinflussung bestimmter Projektvorhaben durch
Partikularinteressen nicht nur auf Ablehnung stößt, sondern auch für
Fehlenticklungen mit verantwortlich gemacht wird. Entscheidungen "ladder
down" gegen den Willen der betroffenen Bevölkerung können dem
Holzanliegen Schaden zufügen. Umgekehrt trägt persönliches Engagement
"Pro Holz" gerade auf kommunaler Ebene viel zum Erfolg eines
entsprechenden Projekts bei.
Grundsätzlich wird in diesem Kontext deutlich, dass eine erfolgreiche
Marketingstrategie immer auch durch konkrete, regionale Projektinitiativen
begleitet werden sollte. Konkrete, vorzeigbare Holzprojekte sind
imagefördernd! Ein Beispiel für eine solche Symbiose aus Markstrategie und
Projektidee ist die im Aufbau befindliche Konzeption einer Zusammenarbeit
von Architekten, Handwerkern und Bauherren bei der Entwicklung und
Ausführung von Holzhäusern ("Murauer Holzhaus"). Grosse
Bedeutung wird dem Aufbau einer modularen Herstellung von Holzfertigteilen
beigemessen. Letztlich gehen nach Auffassung praktisch aller Befragten
konkrete Veredelungsprojekte dieser Art ebenso wie der verstärkte Einsatz
von Holz als Energielieferant "in die richtige Richtung". Die
Gesamtauswertung im Rahmen dieser Umfrage vermittelt zahlreiche weitere, z.
T. durchaus konkrete Überlegungen und Vorschläge zur Optimierung der
Situation., unterstreicht aber auch die dringende Notwendigkeit einer
stärkeren Vernetzung dieser Bemühungen und die intensive Ausschöpfung
eines modernen kommunikations-, Informations- und Technologiepotentials.
Eine Änderung des Holzprofils muss primär "in den Köpfen" der
Betroffenen erfolgen. Dies gilt nicht nur für die Öffentlichkeit, sondern
ebenso für Fachleute.
Download der gesamten Umfrage
umfrage-holz.pdf (936 KB)
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