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Holzcluster, Pressegespräch 20.05.03

1. Internationaler Wettbewerb: Innovative Holznutzung für Fenster Türen, Fassaden

Zu den wichtigsten Zielen des ALPENFORUM zählt die Förderung alpenländischer Interessen auf der Grundlage einer nachhaltigen Entwicklung.

Dabei geht es um den Schutz der Natur und gleichrangig um die Sicherung der wirtschaftlichen Grundlagen die Bevölkerung der Bergregionen sowie um deren sozialen und kulturellen Belange.

Das ALPENFORUM wird seine diesjährige Fachtagung und Konferenz in Österreich vom 05. - 07 Juni 2003 dem Thema einer innovativen Verarbeitung von Holz widmen.

Dabei soll

  • ein konkretes Zeichen der Zusammenarbeit mit jenen Organisationen gesetzt werden, die sich vor Ort seit Jahren um die Holzförderung bemühen,
  • verdeutlicht werden, dass Holz wie kaum ein anderes Naturprodukt die vorzüge eines nachhaltig einsetzbaren Rohstoffs verkörpert,
  • die enorme wirtschaftliche, ökologische und soziale Bedeutung von Holz für den Alpenraum unterstrichen werden
  • festgestellt werden, dass trotz dieser Vorzüge Holz noch immer nicht jenen Stellenwert einnimmt, der ihm auf hervorragenden Qualifikation als Werkstoff eigentlich zukommen müsste,
stellt Meerkamp van Embden, Präsident des ALPENFORUM International fest.

Bereits in der zweiten Hälfte der 90er Jahre betrug der österreichische Holzexport jährlich rund 5 Milliarden Euro. Rund 7000 Energiezentren verwenden in Österreich Holz als Energieträger und sichern allein in diesem Sektor über 20 000 Arbeitsplätze.

Tausende mittelständische Unternehmen des Alpenraumes sind in der holzverarbeitenden Bauindustrie, in der Papier- und Zellstoffherstellung oder in der Möbelfabrikation tätig.

Trotzdem wächst Jahr für Jahr in unseren Bergregionen weit mehr Holz im Wald zu, als genutzt wird. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass sich die Öffentlichkeit immer noch schwer tut, die Vorteile, aber auch die möglichen Grenzen der Holznutzung im Vergleich zu Ziegel, Beton, Stahl oder Kunststoff richtig einzuordnen.

So wird beispielsweise die Brandgefährdung bei Holzhäusern meist viel zu hoch, die Wärmeisolierung dagegen zu niedrig eingeschätzt, und das technische Profil von Massivholz ist dem Laien in der Regelweitgehend unbekannt. Gefragt sind deshalb konzertierte Bemühungen, vor allem im Holzbausektor immer noch bestehende Vorurteile gegenüber Holz durch sachliche Informationsstrategien abzubauen.

Das ALPENFORUM unterstützt nachdrücklich Organisationen, die wie Pro Holz, Holzzeit Murau oder das Holz-Innovations-Zentrum Zeltweg solche Initiativen auf sachlicher Grundlage entwickeln.

Allerdings wird eine erfolgreiche Marketingstrategie alleine nicht genügen. Gerade in den ländlichen Bergregionen ist das Wertschöpfungspotential der Holzverarbeitung längst nicht ausgeschöpft. Entscheidende Gesichtpunkte für den Erfolg im Holzbauwesen sind die optimale Wahl der verwendeten, unterschiedlichen Materialien einerseits und ein architektonisch ansprechendes Design andererseits.

Das ALPENFORUM begrüßt in diesem Zusammenhang ganz besonders, dass zu diesem Symposium die Preisverteilung des HIZ für die Entwicklung Innovatives Holzfenster in Murau stattfinden wird.

Bislang haben im Alpenraum leider nur relativ wenige Unternehmen die Chancen einer innovativen Holzverarbeitung beispielsweise im Holzsystembau erkannt und entsprechend umgesetzt. Die meisten Betriebe blieben bislang auf niedrigerer Verarbeitungsstufe stehen und erscheinen deshalb im kompetitiven Markt u. U. besonders gefährdet.

Das ALPENFORUM stellt bei seiner Tagung genau diese Fragen in den Mittelpunkt und hat erfolgreich im Holzbauwesen tätige Unternehmer aus unseren alpenländischen Regionen eingeladen, ihre Erfahrungen vorzutragen.

Die Holzverarbeitung umfasst selbstverständlich sehr viel mehr als nur das Bauwesen. Das gesamte Spektrum der Holzentwicklung bedarf deshalb sorgfältiger Beobachtung, kritischer Prüfung und sollte durch innovative eigene Beiträge hiesiger Holzforschungszentren begleitet werden. Es ergeben sich dabei viele Fragen, deren Bedeutung im Zuge einer zukünftigen, innovativen Holzverarbeitung heute kaum abschätzbar ist.

So wird z. B. in amerikanischen Forschungszentren daran gearbeitet, durch einen genetischen Eingriff am Wachstum bestimmter Baumarten den Gehalt des Holzbestandteils Lignin stark herabzusetzen. Es liegt auf der Hand, dass eine solche Entwicklung mit erheblichen Konsequenzen verbunden sein kann. Für die Papier- und Zelluloseherstellung wäre ein geringer Ligningehalt im Holz ein enormer Vorteil, da der Ligninanteil bei der Verarbeitung mühsam entfernt werden muss und für die ökologisch problematischen, ligninhaltigen Schlämme bislang keine wirtschaftlich Überzeugende Verwendung gefunden wurde.

Umgekehrt könnte eine Verminderung des Ligninanteils, welcher ja das stabilisierende Stützkorsett im Naturholz bildet, fatale Folgen beispielsweise für den Einsatz im Bau- oder Möbelsektor haben. Zu fordern ist deshalb bei solchen oder ähnlichen Innovationen eine sorgfältige Technikfolgenabschätzung, um unliebsame Fehlentwicklungen zu vermeiden oder bzw. zu minimieren.

Weitere Information:
Lutzmannsdorf 14
8861 St. Georgen ob Murau
Tel: +43 - 3537-20020
E-Mail: ALPENFORUM@t-online.de
Internet: http://www.ALPENFORUM.org